Der einfachste ETF-Sparplan Rechner, den du dir vorstellen kannst.

Zinseszins ist die eine Hälfte der Rechnung. Die andere sind Fondskosten, Abgeltungssteuer, Vorabpauschale und Inflation - und die entscheiden darüber, wie viel von deinem Endvermögen dir am Ende gehört.

18,46 %Steuer auf ETF-Gewinne
1.000 €pro Jahr steuerfrei
ab 1 €Sparrate bei vielen Brokern
Deine Eingaben

Jede Änderung rechnet sofort neu.

bei vielen Brokern ab 1 €
Zeit ist der stärkste Hebel
J.
langfristig realistisch: 6-8 %
%
optional
Welt-ETFs: 0,10-0,22 %
%
Dynamische SparrateRate jedes Jahr automatisch erhöhen
gleicht die Inflation aus
%
Steuern berücksichtigenAbgeltungssteuer, Soli und Teilfreistellung
1.000 € allein, 2.000 € zusammen veranlagt
mindert über den Sonderausgabenabzug die Steuer
Vorabpauschale ansetzenjährliche Vorsteuer auf thesaurierende Fonds
Kaufkraft zeigenEndsumme in heutigem Geld
EZB-Ziel: 2 %
%
Dein Ergebnis

nach 20 Jahren

Endvermögen nach Steuern -
Eingezahlt-
Wertzuwachs-
Steuer gesamt-
Fondskosten-
JahrEingezahltDepotwertGewinnVorabpausch.Steuer kum.

Was die Rechnung unterstellt: eine gleichbleibende Rendite, einen thesaurierenden Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung, den Verkauf des gesamten Depots am Ende der Laufzeit und die Zahlung der Vorabpauschale vom Verrechnungskonto. Echte Kurse schwanken, echte Steuersätze ändern sich. Das Ergebnis ist eine Modellrechnung, keine Prognose und keine Anlageberatung.

Rechenweg

Wie die Zahlen zustande kommen

Die meisten Sparplanrechner hören beim Zinseszins auf. Genau dort fangen aber die Unterschiede an, die über Jahrzehnte fünfstellig werden.

1. Monatlich statt jährlich

Jede Rate wird ab ihrem eigenen Einzahlungsmonat verzinst. Rechnet man stattdessen nur einmal im Jahr, fehlen über 30 Jahre schnell mehrere tausend Euro - zulasten der Genauigkeit in beide Richtungen.

2. Fondskosten laufend abgezogen

Die TER wird nicht abgebucht, sondern täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie senkt also die Rendite selbst - und wirkt damit ebenfalls über den Zinseszins.

3. Steuer in zwei Stufen

Während der Laufzeit fällt die Vorabpauschale an, am Ende die Steuer auf den Verkaufsgewinn. Bereits versteuerte Vorabpauschalen werden beim Verkauf gegengerechnet, damit kein Ertrag doppelt besteuert wird.

4. Freibetrag pro Jahr

Der Sparerpauschbetrag gilt für jedes Kalenderjahr neu und verfällt, wenn er nicht genutzt wird. Er lässt sich nicht über zwanzig Jahre ansparen und dann auf einen Schlag gegen den Verkaufsgewinn stellen.

Der Effektivsatz auf Aktien-ETFs

Aus 25 % Kapitalertragsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag ergeben sich 26,375 %. Weil bei Aktienfonds 30 % der Erträge steuerfrei bleiben, wirkt effektiv ein Satz von 18,46 %. Mit Kirchensteuer sind es 19,47 % (8 %) beziehungsweise 19,60 % (9 %) - der Sonderausgabenabzug für die Kirchensteuer ist dabei schon berücksichtigt.

Grundlagen

ETF-Sparplan in fünf Minuten verstanden

Was ein ETF-Sparplan ist

Bei einem ETF-Sparplan kauft dein Broker in festen Abständen - meist monatlich - für einen festen Betrag Anteile eines börsengehandelten Indexfonds. Ein ETF auf den MSCI World bildet dabei rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Du kaufst also nicht eine Firma, sondern einen Querschnitt der entwickelten Weltwirtschaft.

Weil ein Index nur nachgebildet und nicht aktiv verwaltet wird, ist das günstig: Welt-ETFs kosten typischerweise zwischen 0,10 % und 0,22 % pro Jahr, aktiv gemanagte Aktienfonds oft das Zehnfache.

Der Cost-Average-Effekt

Weil du immer denselben Betrag investierst, bekommst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen weniger. Das nimmt die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt aus der Entscheidung heraus.

Ehrlich bleiben sollte man trotzdem: Der Effekt ist kein Renditewunder. Wer eine größere Summe bereits besitzt, fährt statistisch mit der sofortigen Einmalanlage häufiger besser, weil das Geld länger im Markt arbeitet. Der Sparplan ist vor allem deshalb überlegen, weil er zum tatsächlichen Einkommensverlauf passt - man spart aus dem Monatsgehalt, nicht aus dem Depot.

Warum die Dauer alles schlägt

Der Zinseszins wirkt exponentiell, und das heißt: Die letzten Jahre bringen mehr als die ersten zehn zusammen. Bei 250 € monatlich und 7 % Rendite steht nach 10 Jahren ein Depot von rund 43.000 €, von denen etwa 13.000 € Gewinn sind. Nach 30 Jahren sind es rund 293.000 € - bei nur 90.000 € Einzahlung.

Die Einzahlung hat sich verdreifacht, der Gewinnanteil aber verzehnfacht. Genau deshalb ist ein früher Start mit kleiner Rate meist wertvoller als ein später Start mit großer.

Ein Jahr Aufschub kostet mehr, als man denkt

Wer bei 250 € monatlich und 7 % Rendite ein Jahr später anfängt, hat nach 30 Jahren rund 20.000 € weniger - obwohl er nur 3.000 € weniger eingezahlt hat. Die fehlenden 17.000 € sind Zinseszins, der nie entstanden ist.

43.000 €nach 10 Jahren
131.000 €nach 20 Jahren
293.000 €nach 30 Jahren
610.000 €nach 40 Jahren

250 € monatlich, 7 % Rendite p. a., vor Kosten und Steuern, gerundet.

Kosten

Die drei Kostenarten - und welche wirklich zählt

Über die Sparplangebühr wird am meisten geredet. Sie ist inzwischen bei den meisten Brokern null. Die beiden anderen Posten bleiben.

Ausführungsgebühr

Was der Broker pro Sparplankauf nimmt. Bei Trade Republic, Scalable Capital, ING, flatex, finanzen.net zero und Traders Place: 0 €. Bei comdirect, Consorsbank und 1822direkt regulär 1,5 % der Rate, bei der DKB 1,50 € fix - jeweils mit großen kostenlosen Aktionslisten daneben.

Größenordnung: 1,5 % auf 250 € sind 3,75 € im Monat, also 45 € im Jahr. Über 20 Jahre samt entgangenem Zinseszins gut 2.000 €.

TER - die laufenden Fondskosten

Die Total Expense Ratio wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Du siehst sie nie als Buchung, sie steckt bereits im Kurs. Genau deshalb wird sie unterschätzt: Sie wirkt auf das gesamte angesparte Vermögen, nicht nur auf die neue Rate.

Größenordnung: 0,20 % statt 0,50 % TER bringen bei 250 € monatlich über 30 Jahre rund 15.000 € mehr Endvermögen.

Spread und Tracking Difference

Der Spread ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, die du bei jedem Kauf zahlst. Er ist während der deutschen Börsenzeiten am engsten und weitet sich abends deutlich aus, wenn die US-Börsen die Kurse bestimmen.

Die Tracking Difference misst, wie weit ein ETF hinter seinem Index zurückbleibt. Sie kann kleiner sein als die TER - etwa wenn ein Fonds über Wertpapierleihe verdient - und ist deshalb die ehrlichere Kostenkennzahl.

Ein kostenloser Sparplan ist nicht automatisch der günstigste

Neobroker führen Sparpläne oft an einem einzigen Handelsplatz aus - Trade Republic über Lang & Schwarz, finanzen.net zero über gettex. Ist der Spread dort dauerhaft breiter als an der Xetra, kann das die gesparte Ausführungsgebühr wieder aufzehren. Bei kleinen Raten überwiegt der Gebührenvorteil fast immer; bei vierstelligen Monatsraten lohnt der Blick auf den Handelsplatz.

Steuern 2026

ETFs versteuern in Deutschland

Seit der Investmentsteuerreform 2018 läuft fast alles automatisch über den Broker. Verstehen sollte man es trotzdem - vor allem die Vorabpauschale, die 2026 so hoch ausfällt wie noch nie.

Abgeltungssteuer und Teilfreistellung

Auf Kapitalerträge fallen 25 % Kapitalertragsteuer an, dazu 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diese Steuer - zusammen 26,375 %. Der Soli ist für Kapitalerträge nicht abgeschafft worden; die Teilabschaffung 2021 betraf nur die Lohn- und Einkommensteuer.

Bei Fonds mit mindestens 51 % Aktienanteil greift die Teilfreistellung von 30 %: Nur 70 % der Erträge werden überhaupt besteuert. Sie gleicht aus, dass der Fonds selbst schon Körperschaftsteuer auf Dividenden gezahlt hat. Bei Mischfonds ab 25 % Aktienanteil sind es 15 %, bei reinen Anleihen-ETFs null.

Sparerpauschbetrag und Freistellungsauftrag

1.000 € Kapitalerträge pro Person und Jahr bleiben steuerfrei, bei gemeinsamer Veranlagung 2.000 €. Der Betrag liegt seit 2023 auf diesem Niveau und ist für 2026 unverändert.

Wirksam wird er nur mit einem Freistellungsauftrag beim Broker. Ohne ihn führt die Bank die Steuer sofort ab, und du holst sie dir erst über die Steuererklärung zurück. Bei mehreren Depots lässt sich der Betrag aufteilen - in Summe aber nie über 1.000 € beziehungsweise 2.000 €.

Beim Verkauf: FIFO

Verkaufst du Anteile, gelten die zuerst gekauften als zuerst verkauft (First In, First Out). Bei einem langen Sparplan sind das ausgerechnet die Anteile mit dem höchsten Kursgewinn - wer nur einen Teil verkauft, realisiert also überproportional viel Steuer.

Die Vorabpauschale - 2026 auf Rekordniveau

Thesaurierende Fonds schütten nichts aus, es gäbe also jahrzehntelang nichts zu besteuern. Damit der Staat nicht bis zum Verkauf wartet, gibt es die Vorabpauschale: eine jährliche Mindestbesteuerung auf einen unterstellten Ertrag.

Sie berechnet sich aus dem Fondswert am Jahresanfang, multipliziert mit dem Basiszins und einem gesetzlichen Abschlag von 30 %. Den Basiszins gibt das Bundesfinanzministerium jedes Jahr bekannt; für 2026 liegt er bei 3,20 % und damit so hoch wie nie seit Einführung der Regel (2025: 2,53 %). Gedeckelt ist die Vorabpauschale auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres - fällt der Fonds, wird nichts fällig.

Rechenbeispiel für 2026

Depotwert am 2. Januar 2026: 50.000 €. Der Fonds steigt im Jahresverlauf um 6 %.

  • Basisertrag: 50.000 € × 3,20 % × 70 % = 1.120 €
  • Wertsteigerung 3.000 € - die Deckelung greift also nicht
  • Steuerpflichtig nach 30 % Teilfreistellung: 784 €
  • Mit Freistellungsauftrag über 1.000 €: 0 € Steuer
  • Ohne Freistellungsauftrag: 784 € × 26,375 % ≈ 207 €

Abgebucht wird erst Anfang Januar 2027 - die Vorabpauschale für 2026 gilt gesetzlich am 4. Januar 2027 als zugeflossen. Sorge dafür, dass dann Geld auf dem Verrechnungskonto liegt, sonst verkaufen manche Broker Anteile.

Zwei Dinge entschärfen das: Die gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen, du zahlst also nicht doppelt. Und solange dein Freistellungsauftrag reicht, kostet sie überhaupt kein Geld - sie verbraucht nur den Freibetrag, der ohnehin jedes Jahr verfallen wäre.

Wann sich die Steuererklärung lohnt

Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, kannst du in der Anlage KAP die Günstigerprüfung beantragen - das Finanzamt rechnet dann mit dem niedrigeren Satz. Wer gar kein zu versteuerndes Einkommen hat, etwa Studierende, kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen: Dann bleiben Kapitalerträge bis zum Grundfreibetrag komplett unbesteuert.

Steuersätze auf Kapitalerträge 2026
FallKapitalertragsteuerGesamt inkl. SoliEffektiv auf Aktien-ETF
ohne Kirchensteuer25,00 %26,375 %18,46 %
Kirchensteuer 8 % (BY, BW)24,51 %27,82 %19,47 %
Kirchensteuer 9 % (übrige Länder)24,45 %28,00 %19,60 %

Bei Kirchensteuerpflicht sinkt die Kapitalertragsteuer rechnerisch auf Ertrag ÷ (4 + Kirchensteuersatz), weil die Kirchensteuer als Sonderausgabe gegengerechnet wird.

ETF-Auswahl

Welcher ETF passt in einen Sparplan?

Für den langfristigen Vermögensaufbau kommen im Kern drei Welt-Indizes infrage. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Welt tatsächlich drinsteckt.

IndexUnternehmenLänder SchwellenländerSmall CapsTER typisch
MSCI Worldrund 1.30023 Industrieländerneinnein0,12-0,20 %
FTSE All-Worldrund 4.30049ja (~10 %)teilweise0,15-0,22 %
MSCI ACWI IMIrund 9.00047jaja0,17-0,25 %

Zusammensetzung und Kosten ändern sich laufend; die Werte sind Größenordnungen für die gängigen UCITS-ETFs auf diese Indizes.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. Das spart Arbeit und Ordergebühren und ist in der Ansparphase meist die bequemere Wahl.

Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden aufs Verrechnungskonto. Das hat einen steuerlichen Vorteil, der oft übersehen wird: Die Ausschüttungen füllen den Sparerpauschbetrag ganz automatisch aus. Wer sonst kaum Kapitalerträge hat, nutzt so jedes Jahr Freibetrag, der sonst verfiele - und senkt damit die Steuerlast beim späteren Verkauf.

Bei größeren Depots kehrt sich das um: Sind Freibetrag und Vorabpauschale ohnehin ausgeschöpft, ist Thesaurierung durch den Steuerstundungseffekt leicht im Vorteil, weil das nicht gezahlte Geld weiterarbeitet.

Replikation

Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien des Index tatsächlich - bei sehr breiten Indizes oft als optimierte Auswahl der wichtigsten Titel (Sampling). Swap-basierte ETFs bilden den Index über ein Tauschgeschäft mit einer Bank ab. Das kann bei US-Indizes steuerlich günstiger sein, bringt aber ein Kontrahentenrisiko mit, das gesetzlich auf 10 % des Fondsvermögens begrenzt ist. Für die meisten Sparpläne ist physische Replikation die unkompliziertere Wahl.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

  • Fondsvolumen über 100 Mio. €. Kleinere Fonds werden häufiger geschlossen oder verschmolzen. Das ist kein Verlustrisiko, löst aber eine steuerpflichtige Zwangsabrechnung aus.
  • UCITS und Domizil Irland oder Luxemburg. Irische Fonds zahlen auf US-Dividenden nur 15 % statt 30 % Quellensteuer - bei einem Welt-ETF mit rund 70 % US-Anteil ist das spürbar.
  • Tracking Difference statt nur TER. Sie zeigt, was tatsächlich hinter dem Index fehlt.
  • Sparplanfähig beim eigenen Broker. Nicht jeder ETF steht überall zur Verfügung, und nicht jeder steht überall kostenlos zur Verfügung.
  • Alter über drei Jahre. Erst dann lässt sich die Nachbildungsqualität halbwegs beurteilen.

Ein ETF reicht

Ein einzelner Welt-ETF enthält bereits Tausende Unternehmen aus Dutzenden Ländern. Wer daneben noch einen S&P-500-ETF und einen Technologie-ETF bespart, streut nicht breiter, sondern kauft dieselben großen US-Konzerne dreimal - bei gleichzeitig höheren Kosten und mehr Aufwand.

Broker-Vergleich · Stand 5. August 2026

12 Broker für ETF-Sparpläne im Vergleich

Alle genannten Anbieter führen die Abgeltungssteuer automatisch ab und verlangen keine Depotgebühr. Die Unterschiede liegen bei der Auswahl, der Mindestrate und den Ausführungskosten.

Größte Auswahl
Scalable Capital
Neobroker
3.129ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
1 €Mindestrate
2,50 %Zinsen p. a.
  • Alle 3.129 sparplanfähigen ETFs dauerhaft kostenlos - keine Aktionsliste
  • 2,50 % Zinsen auf unbegrenztes Guthaben, für Neu- und Bestandskunden
  • Neun Ausführungstage, Dynamisierung möglich
  • Keine automatische Wiederanlage von Ausschüttungen
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
Beliebtester
Trade Republic
Neobroker
2.479ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
1 €Mindestrate
2,25 %Zinsen p. a.
  • Alle ETF-Sparpläne kostenlos, auch keine Fremdkostenpauschale
  • 2,25 % Zinsen ohne Obergrenze, seit Juni 2026 angehoben
  • Sparintervalle wöchentlich bis quartalsweise
  • Nur ein Handelsplatz (Lang & Schwarz)
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
Traders Place
Neobroker
2.324ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
1 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • Alle 2.324 ETF-Sparpläne ohne Ordergebühren
  • Auch 8.046 Aktien-, 411 Fonds- und 13 Krypto-Sparpläne
  • Sehr flexible Intervalle, bis hin zu wöchentlich
  • Vergleichsweise junger Anbieter
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
Beste Bewertung
Consorsbank
Direktbank
1.923ETF-Sparpläne
0 €in der Aktion
10 €Mindestrate
3,40 %Tagesgeld*
  • Alle 1.923 sparplanfähigen ETFs aktuell ohne Ausführungsgebühr
  • Neukunden: 12 Monate lang alle Wertpapiere gebührenfrei besparen
  • Niedrige Mindestrate von 10 €, Wiederanlage von Ausschüttungen
  • Regulär 1,5 % je Ausführung, wenn ein ETF aus der Aktion fällt
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
finanzen.net zero
Neobroker
1.880ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
1 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • Alle 1.880 ETF-Sparpläne dauerhaft kostenlos, keine Fremdkostenpauschale
  • Wöchentlich, 14-tägig oder monatlich besparbar
  • Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen
  • Nur ein Handelsplatz (gettex)
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
ING
Direktbank
1.150ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
1 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • Alle 1.150 ETFs dauerhaft vergünstigt, derzeit ohne Ordergebühr
  • Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen ab 75 €
  • Vollbank mit Girokonto, Tagesgeld und Kredit
  • Kleinere ETF-Auswahl als bei den Neobrokern
★★★★★justETF: hervorragend Zum Anbieter
Smartbroker+
Neobroker
2.098gratis in Aktion
0,20 %Standardtarif
1 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • 2.098 ETFs von Amundi, SPDR und Xtrackers ohne Kaufgebühr
  • Viele Handelsplätze, auch Xetra
  • Aktien-, ETF-, Fonds- und Krypto-Sparpläne
  • Außerhalb der Aktion 0,20 % je Ausführung, mindestens 1 €
★★★★☆justETF: sehr gut Zum Anbieter
flatex
Online-Broker
1.806ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
25 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • Alle 1.806 ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr
  • Viele Handelsplätze verfügbar
  • Auch Krypto-Handel im Depot
  • Mindestrate 25 € - zu hoch für Mehr-ETF-Strategien
★★★★☆justETF: sehr gut Zum Anbieter
comdirect
Direktbank
2.064sparplanfähig
551davon gratis
1 €Mindestrate
1,5 %Standardtarif
  • 551 Top-Preis-ETFs ohne Kaufgebühr, Aktion zeitlich unbegrenzt
  • Bis zu zehn ETFs in einem Sparplan gleichzeitig besparen
  • Umfangreiches Research, Vollbank mit Girokonto
  • Außerhalb der Aktionsliste 1,5 % je Ausführung
★★★★☆justETF: sehr gut Zum Anbieter
DKB
Direktbank
2.000+sparplanfähig
500+davon gratis
25 €Mindestrate
1,50 €Standardtarif
  • Über 500 Aktions-ETFs von Amundi, SPDR und Xtrackers ohne Gebühr
  • Feste 1,50 € statt Prozentsatz - günstig ab 100 € Rate
  • Vollbank mit kostenlosem Girokonto
  • Mindestrate 25 €, Aktionslisten laufen zeitlich befristet
★★★★☆justETF: sehr gut Zum Anbieter
1822direkt
Direktbank
1.169sparplanfähig
186davon gratis
25 €Mindestrate
1,5 %Standardtarif
  • 186 Aktions-ETFs dauerhaft gratis bei Raten von 50 bis 500 €
  • Sparkassen-Tochter (Frankfurter Sparkasse), Vollbankangebot
  • Keine Depotgebühr bei regelmäßigem Sparen
  • Standardtarif 1,5 %, mindestens 1,50 € und höchstens 14,90 €
★★★☆☆justETF: gut Zum Anbieter
justTRADE
Neobroker
154ETF-Sparpläne
0 €pro Ausführung
25 €Mindestrate
0 €Depotgebühr
  • Sparpläne komplett kostenfrei, auch ohne Fremdkostenpauschale
  • Drei Börsenplätze: LS Exchange, Quotrix und Tradegate
  • Krypto-Handel direkt im Depot
  • Mit 154 ETFs die mit Abstand kleinste Auswahl im Vergleich
★★★☆☆justETF: gut Zum Anbieter

* Consorsbank: 3,40 % p. a. auf Tagesgeld für Neukunden, für fünf Monate garantiert, bis 1 Mio. €. Konditionen und ETF-Zahlen ändern sich häufig; maßgeblich ist immer das Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters. Angaben nach den Anbieterseiten und dem ETF-Sparplan-Test von justETF (August 2026), abgerufen am 5. August 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ein Depotwechsel kostet nichts

Der Übertrag von Wertpapieren zwischen deutschen Depots ist seit einem BGH-Urteil kostenlos, und ein reiner Depotübertrag ohne Eigentümerwechsel löst keine Steuer aus - die Anschaffungsdaten wandern mit. Nur wenn die alte Bank diese Daten nicht liefert, unterstellt die neue Bank eine Ersatzbemessungsgrundlage von 30 % des Verkaufserlöses. Das lässt sich über die Steuererklärung korrigieren, macht aber Arbeit. Der Wechsel dauert typischerweise zwei bis vier Wochen; der Sparplan sollte beim neuen Anbieter erst danach starten.

Umsetzung

Vom Konto zum laufenden Sparplan

1. Notgroschen zuerst

Drei bis sechs Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto, bevor der erste Euro in ETFs geht. Ohne Puffer musst du bei jeder kaputten Waschmaschine womöglich im Kursminus verkaufen - und genau das ruiniert die Rendite.

2. Teure Schulden abbauen

Ein Dispo zu 10 % kostet sicher mehr, als ein ETF im Schnitt einbringt. Konsumkredite und Dispo gehören vor den Sparplan. Ein laufender Immobilienkredit mit niedrigem Zins ist etwas anderes.

3. Depot eröffnen

Identifikation per Video oder PostIdent, meist am selben Tag erledigt. Danach gleich den Freistellungsauftrag einrichten - das dauert zwei Minuten und wird am häufigsten vergessen.

4. Sparplan anlegen

ISIN eingeben, Rate und Intervall wählen, Ausführungstag kurz nach dem Gehaltseingang legen. Wenn möglich, gleich eine jährliche Dynamisierung von zwei bis drei Prozent aktivieren.

5. Nichts mehr tun

Ein Sparplan braucht keine Pflege. Einmal im Jahr prüfen, ob Rate und Freistellungsauftrag noch passen, reicht vollkommen aus.

6. Im Januar aufs Konto schauen

Anfang Januar bucht der Broker die Steuer auf die Vorabpauschale des Vorjahres ab. Ist das Verrechnungskonto leer, verkaufen manche Anbieter dafür Anteile.

Fallstricke

Sieben Fehler, die Rendite kosten

1. Im Crash verkaufen

Der teuerste Fehler überhaupt. Wer im März 2020 verkauft hat, war beim Rebound nicht dabei. Ein Weltdepot hat historisch jede Krise aufgeholt - aber nur für die, die investiert geblieben sind.

2. Den Freistellungsauftrag vergessen

Ohne ihn zieht der Broker ab dem ersten Euro Ertrag Steuer ab, obwohl 1.000 € im Jahr steuerfrei wären. Zurückholen geht nur über die Steuererklärung.

3. Zu viele ETFs

Fünf Welt-ETFs sind nicht breiter gestreut als einer, sondern nur unübersichtlicher. Überschneidungen von 80 % und mehr sind die Regel.

4. Auf den richtigen Einstieg warten

„Ich warte den nächsten Rücksetzer ab" ist die teuerste Ausrede an der Börse. Wer 2013 auf einen Crash gewartet hat, hat elf gute Jahre verpasst.

5. Rendite mit Rendite verwechseln

Eine Wertentwicklung von 7 % ist nicht dasselbe wie 7 % Kaufkraftgewinn. Nach 2 % Inflation, 0,2 % Fondskosten und Steuer bleiben real eher 3 bis 4 %. Das ist immer noch gut - aber es ist die Zahl, mit der man planen sollte.

6. Themen-ETFs beimischen

Wasserstoff, Cannabis, Metaverse: Themenfonds kommen meist auf den Markt, wenn ein Thema schon gelaufen ist. Sie haben höhere Kosten, weniger Streuung und ein schlechteres Timing als der breite Markt.

7. Beim Rebalancing Steuern auslösen

Umschichten heißt verkaufen, und verkaufen heißt Steuer auf den Gewinn. In der Ansparphase lässt sich das Depot fast immer über die künftigen Raten zurück ins Gleichgewicht bringen, statt Positionen zu veräußern.

Die einzige Regel, die zählt

Breit streuen, Kosten niedrig halten, lange dabeibleiben. Alles darüber hinaus ist Feinjustierung - und kostet meist mehr, als sie bringt.

Danach

Was am Ende der Ansparphase passiert

Über das Ansparen wird viel geschrieben, über das Entsparen wenig. Dabei entscheidet diese Phase darüber, ob das Geld reicht.

Nicht alles auf einmal verkaufen

Ein Komplettverkauf löst die gesamte Steuer in einem einzigen Jahr aus und verbrennt den Sparerpauschbetrag aller Folgejahre. Wer stattdessen über mehrere Jahre in Tranchen verkauft, nutzt jedes Jahr aufs Neue 1.000 € steuerfrei - bei einem Paar 2.000 €.

Ein Auszahlplan macht genau das automatisch: Der Broker verkauft monatlich Anteile für einen festen Betrag. Wichtig ist die FIFO-Regel - verkauft werden immer die ältesten und damit gewinnstärksten Anteile zuerst.

Die 4-Prozent-Regel und ihre Grenzen

Die bekannte Faustregel besagt, dass sich rund 4 % des Startvermögens pro Jahr entnehmen lassen, ohne es aufzubrauchen. Sie stammt aus einer US-Studie der 1990er-Jahre mit einem 30-jährigen Zeitraum und einem Aktien-Anleihen-Depot.

Für deutsche Anleger ist sie zu optimistisch, weil Steuern darin nicht vorkommen. Realistischer sind 3 bis 3,5 % vor Steuern, wenn das Geld verlässlich mehrere Jahrzehnte tragen soll.

Das Reihenfolgerisiko

In der Ansparphase ist ein Crash am Anfang ein Geschenk - man kauft billig nach. In der Entnahmephase ist ein Crash am Anfang das größte Risiko überhaupt: Man verkauft Anteile im Tief und dieses Kapital fehlt dauerhaft, egal wie gut sich der Markt danach erholt.

Das übliche Gegenmittel ist ein Cash-Puffer von zwei bis drei Jahresausgaben auf dem Tagesgeldkonto. Fällt der Markt, lebt man aus dem Puffer und lässt das Depot in Ruhe. Steigt er wieder, wird der Puffer aus Verkäufen aufgefüllt.

Umschichten vor dem Ziel

Wer das Geld zu einem festen Zeitpunkt braucht - etwa für den Ruhestand oder einen Hauskauf -, sollte den Aktienanteil in den letzten Jahren schrittweise senken. Sonst entscheidet der Zufall eines einzelnen Börsenjahres über das Ergebnis von zwanzig Jahren Sparen.

Kinderdepot: der Freibetrag verdoppelt sich

Ein Depot auf den Namen des Kindes hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 €, dazu Grundfreibetrag und Sparer-Pauschbetrag bei der Veranlagung. Über eine Nichtveranlagungsbescheinigung bleiben Erträge damit praktisch steuerfrei. Der Haken: Das Geld gehört rechtlich dem Kind und steht ihm mit 18 zur freien Verfügung. Zurückholen lässt es sich nicht.

Einordnung

ETF-Sparplan neben anderen Anlageformen

KriteriumETF-SparplanTagesgeld BausparvertragEinzelaktien
Erwartete Rendite6-8 % p. a.1-2,5 % p. a.0,1-1 % p. a.sehr breit gestreut
Schwankunghochkeinekeinesehr hoch
Streuung1.300-9.000 Titel--einzelne Titel
Laufende Kosten0,10-0,25 % TERkeineAbschlussgebührOrdergebühren
Verfügbarkeitbörsentäglichsofortgebundenbörsentäglich
Zeitaufwandminimalkeinerkeinerhoch
Schutz im InsolvenzfallSondervermögen100.000 € Einlagensicherung100.000 € EinlagensicherungSondervermögen
Sinnvoller Horizontab 10-15 Jahrenjederzeit7-10 Jahreab 10 Jahren

Die Formen konkurrieren weniger, als es aussieht. Tagesgeld ist der Notgroschen und der Puffer für Anschaffungen der nächsten Jahre. Der ETF-Sparplan ist das Werkzeug für alles, was zehn Jahre und länger liegen bleiben darf. Wer beides hat, muss im Crash nicht verkaufen - und das ist der eigentliche Grund, warum es funktioniert.

Nachschlagen

Die wichtigsten Begriffe

TER
Total Expense Ratio - die jährlichen Fondskosten in Prozent, täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen.
Tracking Difference
Tatsächlicher Rückstand eines ETFs gegenüber seinem Index. Kann kleiner sein als die TER.
Thesaurierend
Der Fonds legt Erträge automatisch wieder an, statt sie auszuschütten.
Teilfreistellung
30 % der Erträge von Aktienfonds bleiben steuerfrei, als Ausgleich für die Vorbelastung im Fonds.
Vorabpauschale
Jährliche Mindestbesteuerung thesaurierender Fonds, berechnet aus Jahresanfangswert und Basiszins.
Basiszins
Vom Bundesfinanzministerium jährlich festgelegter Zinssatz für die Vorabpauschale. 2026: 3,20 %.
Sparerpauschbetrag
Steuerfreibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung.
Freistellungsauftrag
Auftrag an den Broker, den Sparerpauschbetrag anzuwenden. Ohne ihn wird sofort Steuer einbehalten.
FIFO
First In, First Out - beim Verkauf gelten die zuerst gekauften Anteile als zuerst veräußert.
Sondervermögen
Das Fondsvermögen ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und bei deren Insolvenz geschützt.
Spread
Spanne zwischen An- und Verkaufskurs an der Börse. Enger während der deutschen Handelszeiten.
UCITS
EU-Regelwerk für Investmentfonds mit Vorgaben zu Streuung, Transparenz und Anlegerschutz.
Cost-Average-Effekt
Bei gleichbleibender Rate kauft man bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile.
Rebalancing
Zurückführen des Depots auf die gewünschte Aufteilung, idealerweise über neue Raten statt Verkäufe.
Häufige Fragen

Was Sparplan-Einsteiger am häufigsten fragen

Wie viel sollte ich monatlich investieren?

Eine gängige Faustregel sind 10 bis 20 % des Nettoeinkommens. Wichtiger als die Höhe ist aber die Reihenfolge: erst Notgroschen von drei bis sechs Nettogehältern, dann teure Schulden tilgen, danach der Sparplan.

Fang lieber klein an, als gar nicht zu starten. 50 € monatlich über 30 Jahre werden bei 7 % Rendite zu rund 59.000 € - bei 18.000 € Einzahlung. Die Rate lässt sich jederzeit erhöhen, verlorene Jahre nicht nachholen.

Was ist die Vorabpauschale und muss ich etwas tun?

Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds. Sie berechnet sich aus dem Fondswert am Jahresanfang mal Basiszins mal 70 % und ist auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres gedeckelt. Für 2026 liegt der Basiszins bei 3,20 % - dem höchsten Wert seit Einführung der Regel.

Dein Broker berechnet und bucht alles automatisch. Du musst nur zwei Dinge tun: einen Freistellungsauftrag einrichten und Anfang Januar genug Guthaben auf dem Verrechnungskonto haben. Ist dort zu wenig Geld, verkaufen manche Broker eigenmächtig Anteile.

Wie hoch ist die Steuer auf ETF-Gewinne wirklich?

Nominal 26,375 % (25 % Kapitalertragsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag). Weil bei Aktien-ETFs 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei bleiben, liegt der effektive Satz bei 18,46 %.

Mit Kirchensteuer sind es 19,47 % (8 % in Bayern und Baden-Württemberg) beziehungsweise 19,60 % (9 % in den übrigen Bundesländern). Dazu kommt der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr, der die ersten Erträge komplett steuerfrei stellt.

Welche Rendite ist realistisch?

Der MSCI World hat über sehr lange Zeiträume rund 7 bis 8 % pro Jahr gebracht; für den Zeitraum 1975 bis 2024 weist Finanztip auf Eurobasis sogar 9,7 % aus. Solche Werte hängen stark vom gewählten Start- und Endjahr ab - ein Zeitraum, der 2000 beginnt, sieht deutlich schlechter aus.

Für die eigene Planung sind 6 bis 7 % brutto eine vernünftige Annahme. Nach Fondskosten, Steuern und 2 % Inflation bleiben davon real etwa 3 bis 4 %. Einzelne Jahre schwanken zwischen +30 % und −40 %; über Zeiträume ab 15 Jahren hat ein breit gestreutes Weltdepot historisch keinen Verlust gemacht.

Thesaurierend oder ausschüttend - was ist besser?

In der Ansparphase mit kleinem Depot spricht einiges für ausschüttende ETFs: Die Ausschüttungen füllen den Sparerpauschbetrag, der sonst ungenutzt verfällt, und senken so die Steuer beim späteren Verkauf.

Sobald der Freibetrag ohnehin ausgeschöpft ist, dreht sich der Vorteil zu den thesaurierenden ETFs: Sie legen automatisch wieder an, sparen Ordergebühren und stunden Steuer, die dann weiterarbeitet. Praktisch ist der Unterschied kleiner, als die Diskussion vermuten lässt.

Kann ich den Sparplan jederzeit ändern oder stoppen?

Ja. Rate erhöhen, senken, pausieren oder ganz beenden geht bei allen Brokern kostenlos und ohne Kündigungsfrist. Auch die Anteile selbst sind börsentäglich verkäuflich, das Geld ist nach zwei Bankarbeitstagen auf dem Konto.

Diese Flexibilität ist der zentrale Unterschied zu Riester-Verträgen oder Kapitallebensversicherungen, bei denen ein vorzeitiger Ausstieg regelmäßig teuer wird.

Ist mein Geld sicher, wenn der Broker pleitegeht?

ETF-Anteile sind Sondervermögen. Sie gehören dir, nicht der Bank, und fallen nicht in deren Insolvenzmasse - unabhängig von der Höhe. Im Insolvenzfall werden sie auf ein anderes Depot übertragen.

Anders liegt es beim unverzinsten oder verzinsten Guthaben auf dem Verrechnungskonto: Das ist eine Einlage und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.

Was passiert bei einem Börsencrash?

Der Depotwert fällt - auf dem Papier. Solange du nicht verkaufst, ist kein Verlust realisiert. Für einen laufenden Sparplan ist ein Crash sogar günstig: Dieselbe Rate kauft mehr Anteile, die bei der Erholung überproportional zulegen.

Gefährlich wird es nur, wenn du in dieser Phase verkaufen musst. Genau deshalb steht der Notgroschen vor dem Sparplan - er ist die Versicherung dagegen, im falschen Moment gezwungen zu sein.

Lohnt sich ein Sparplan auch mit 50 noch?

Ja, aber mit anderer Erwartung. Bei einem Horizont von 15 Jahren wirkt der Zinseszins noch deutlich: 500 € monatlich werden bei 7 % zu rund 158.000 € bei 90.000 € Einzahlung.

Wichtiger wird allerdings die Frage, wann das Geld gebraucht wird. Wer es mit 67 vollständig braucht, sollte den Aktienanteil in den letzten Jahren vor dem Ziel schrittweise senken, statt auf ein gutes letztes Börsenjahr zu hoffen.

Brauche ich mehrere Depots?

Für die meisten reicht eines. Ein zweites Depot lohnt sich vor allem, wenn ein Broker die gewünschten ETFs nicht kostenlos anbietet oder wenn du Wertpapiere für unterschiedliche Zwecke sauber trennen möchtest.

Bedenke dabei den Sparerpauschbetrag: Er lässt sich auf mehrere Banken aufteilen, in Summe aber nie über 1.000 € beziehungsweise 2.000 € hinaus. Wer ihn falsch verteilt, verschenkt Freibetrag bei der einen und zahlt Steuer bei der anderen Bank.

Der beste Zeitpunkt war vor zwanzig Jahren

Der zweitbeste ist heute. Rechne durch, was aus deiner Rate wird - und was davon nach Kosten, Steuern und Inflation übrig bleibt.